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Der Engländer Charles Frederick Worth, der Begründer der modernen Haute Couture, eröffnete im Jahre 1858 in Paris sein Modeatelier. Worth Arbeitsweise unterschied sich von der eines traditionellen Schneiders insofern, dass er einen eigenen Stil entwickelte und Modelle mit exklusiv gewebten Stoffen nach seinen ästhetischen Vorstellungen entwarf. Worth war auch der Erste, der seine Modelle von Mannequins vorführen ließ. Er konnte Kaiserin Eugenie, Kaiserin Elisabeth von Österreich und in Amerika die Astors, Rockefellers und Vanderbilts als Kundinnen gewinnen. Alles Persönlichkeiten, die hinsichtlich des Geschmacks tonangebend und für die damalige Gesellschaft Vorbilder waren. Worth Kreationen wurden von unzähligen Schneiderateliers kopiert und bestimmten im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts das Modeschaffen und die Erscheinung der Frau von Welt. Blütezeit der Haute Couture In den folgenden Jahrzehnten prägten Couturiers wie Paul Poiret, Coco Chanel, Elsa Schiaparelli, Madeleine Vionnet, Jeanne Lanvin, Christian Dior und Yves Saint Laurent das Frauenbild ihrer Zeit und garantierten, dass Paris tonangebend in der Modewelt blieb. Zu den Kundinnen dieser Couturehäuser zählten Mata Hari, Sarah Bernhardt, Greta Garbo, Marlene Dietrich, die Herzogin von Windsor, Jacqueline Kennedy Onassis und Audrey Hepburn. Prêt-à-Porter Prêt-à-Porter ist Mode die "bereit zum tragen" ist, d. h. Mode die nicht nur für den Laufsteg und Modells erschaffen wurden, sondern auch real tragbar ist. In den sechziger Jahre veränderte sich mit der Entwicklung einer Jugendkultur die Bedeutung der Haute Couture. Die Roben der Couturiers wurden als farblos und nicht mehr den Ansprüchen der Kundinnen entsprechend kritisiert. Vor allem junge Frauen waren nicht mehr bereit dem Modediktat der großen Couturiers zu folgen. Junge Designer wie Mary Quant, die in Akademien ihre Ausbildung erhalten hatten, entwarfen für ihr eigenes Label luxuriöse und avantgardistische Konfektion, die in Kaufhäusern und Boutiquen verkauft wurde. Diesen Veränderungen konnte sich auch die Haute Couture nicht verschließen. So zeigen heute auch traditionelle Couturehäuser wie Dior, Valentino, Ungaro, Chanel und YSL pro Saison eine Prêt-à-Porter-Kollektion. Seit 1965 sind die Prêt-à-Porter-Schauen, die zeitlich vor den Couturepräsentationen stattfinden, eine feste Einrichtung im Pariser Modekarussell geworden. Die luxuriöse Haute Couture stand in den folgenden Jahren im Schatten der Prêt-à-Porter. Die Zahl der Frauen, die Haute Couture trugen wurde immer kleiner. Das Weiterexistieren der Haute Couture wurde immer öfters in Frage gestellt. Haute Couture heute Das Image der Haute Couture änderte sich Mitte der neunziger Jahre. In den meisten, noch bestehenden Haute Couture Häusern fand ein Generationswechsel statt. Bereits seit 1983 ist Karl Lagerfeld für die Haute Couture des Hauses Chanel verantwortlich. In jeder Kollektion gelingt es ihm spielerisch und intelligent den Stil von Coco Chanel zeitgemäß zu interpretieren und Trends zu setzen. Inzwischen hat die Chambre Syndicale de la Couture Parisienne auch Designer wie Versace, Thierry Mugler und Jean-Paul Gaultier, die mit Prêt-à-Porter begannen, eingeladen Haute Couture Kollektionen zu präsentieren. Bei Dior beweist John Galliano dass Offenheit für Experimente dem Image des Hauses nicht abträglich ist. Im Gegenteil, der Kreis der Kundinnen wird wieder größer. Viele erfolgreiche Frauen, die in der Wirtschaft und der IT-Branche gut verdienen, gönnen sich den Luxus maßgeschneiderter Kreationen. Die Empfehlung Hemingways "Paris is always Worth it" hat wieder Gültigkeit. |
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